Wer regelmäßig Bogen schießt, kennt das vielleicht:
Die Sehne streift plötzlich an der Nasenspitze entlang. Anfangs ist es nur ein leichtes Kratzen – später wird daraus eine gereizte oder sogar wunde Nase. Klingt banal, kann aber ein wichtiger Hinweis auf Technik, Haltung und Körperspannung sein.
Gerade ambitionierte Schützen erleben dieses Problem häufiger, als man denkt. In Foren und Trainingsgruppen wird immer wieder darüber diskutiert, wie man eine „blutige Nase“ beim Schießen vermeiden kann.

Die häufigsten Ursachen liegen nicht an der Nase selbst, sondern an kleinen Veränderungen in der Schusstechnik:
Viele Schützen bemerken das Problem besonders gegen Ende einer Trainingseinheit. Das ist oft ein Zeichen dafür, dass Konzentration und Körperspannung nachlassen.
Eine stabile, aufrechte Haltung ist beim Bogenschießen entscheidend. Trainer sprechen häufig davon, „stolz“ zu stehen – also mit aufgerichteter Wirbelsäule und sauber gedrehtem Kopf. Genau diese Haltung verhindert oft schon den Kontakt zwischen Sehne und Nase.
Besonders wichtig:
Viele Schützen drehen den Oberkörper korrekt, aber nicht den Kopf weit genug mit. Dadurch wandert die Nase zu nah an die Sehne.
Ein leicht abgesenkter Kopf reicht bereits aus, um die Nasenspitze in die Flugbahn der Sehne zu bringen.
Ein minimal geöffneter Stand kann helfen, mehr Raum zwischen Gesicht und Sehne zu schaffen – ohne den gesamten Bewegungsablauf zu verändern.
Je nach Stil und Technik liegt die Sehne unterschiedlich nah am Gesicht. Besonders beim Blankbogen oder traditionellen Schießen ist der Abstand oft sehr gering.
Manche Schützen wechseln deshalb leicht den Ankerpunkt oder verändern die Fingerposition im Mundwinkel. Andere nutzen bewusst den Kontaktpunkt an Nase oder Lippen als Orientierungshilfe.
Wichtig ist dabei:
Der Bewegungsablauf muss reproduzierbar bleiben. Große technische Änderungen sollten deshalb nur bewusst und idealerweise mit Trainerbegleitung erfolgen.
Viele erfahrene Bogenschützen greifen zu einfachen Lösungen:
Interessant: Selbst Spitzenschützen verwenden teilweise Schutzpflaster auf der Nase, wenn die Sehne sehr dicht am Gesicht läuft.
Das Spannende am Bogensport ist, dass kleine Fehler sofort sichtbar oder spürbar werden. Eine streifende Sehne ist deshalb kein „Problem“, sondern oft ein wertvolles Feedback des Körpers.
Gerade deshalb passt Bogenschießen hervorragend zu Themen wie:
Wer lernt, ruhig, aufgerichtet und kontrolliert zu schießen, trainiert nicht nur Technik – sondern auch Achtsamkeit und Körperspannung.
Wenn die Nase beim Bogenschießen im Weg ist, steckt dahinter meist keine große Fehltechnik, sondern eine kleine Abweichung in Haltung, Spannung oder Kopfposition.
Die gute Nachricht:
Oft reichen minimale Anpassungen, um das Problem dauerhaft zu lösen.
Und manchmal erinnert uns genau dieser kleine Schmerz daran, worauf es im Bogensport wirklich ankommt: Ruhe, Präzision und eine stabile innere Haltung.