Die Standhöhe beim Bogen (Brace Height) ist eine der wichtigsten technischen Grundlagen im Bogensport. Sie beeinflusst nicht nur Geräuschentwicklung und Schussverhalten, sondern auch direkt Pfeilgeschwindigkeit, Flugbahn und die Hoch-Tief-Abweichung im Trefferbild.
Die Standhöhe ist der Abstand zwischen der gespannten Sehne und dem tiefsten Punkt des Griffstücks (Pivot Point). Gemessen wird im rechten Winkel zur Sehne.
Sie bestimmt maßgeblich, wie der Bogen arbeitet und wie effizient die Energie auf den Pfeil übertragen wird.

Wer konstant treffen will, muss die Standhöhe verstehen – (regelmäßig) messen und korrekt einstellen.
Die Standhöhe beeinflusst:
Schon wenige Millimeter Unterschied können das Trefferbild deutlich verändern.
Zusammenhang: Standhöhe, Pfeilgeschwindigkeit und Hoch-Tief-Abweichung
Niedrige Standhöhe = mehr Geschwindigkeit
Hohe Standhöhe = weniger Geschwindigkeit
Die Standhöhe bestimmt, wie lange die Sehne den Pfeil beschleunigt.
Physikalisch gilt: Je langsamer der Pfeil, desto stärker wirkt die Schwerkraft – und desto stärker sinkt er auf Distanz ab.
Deshalb sind unerklärliche Hoch- oder Tiefabweichungen manchmal vielleicht kein Schusstechnikproblem, sondern eine eventuell nicht erkannte veränderte Standhöhe.
Eine häufige Ursache ist eine neue oder nicht eingeschossene Sehne. Neue Sehnen setzen sich in den ersten Schüssen und verlängern sich leicht. Dadurch sinkt die Standhöhe – und dein Trefferbild verschiebt sich schleichend.
Standhöhe richtig messen – immer mit Checker
Die Standhöhe muss immer gleich sein.
Gemessen wird mit einem Standhöhen-Checker:
Besonders wichtig:
Konstanz ist entscheidend für konstante Treffer.
Die Standhöhe hängt direkt von der Länge der Sehne ab. Je länger die Sehne, desto weniger stark sind die Wurfarme im aufgespannten Zustand gebogen – die Sehne steht näher am Griff und die Standhöhe wird geringer. Eine kürzere Sehne erhöht entsprechend die Standhöhe.
Um die gewünschte Standhöhe im vom Bogenbauer angegebenen Rahmen einzustellen, wird die Sehne ein- oder ausgedreht:
So lässt sich die Standhöhe schnell und präzise anpassen.
Kurz:
Nach jeder Veränderung erneut messen.
Bei einem neuen Bogen oder einer neuen Sehne musst du die Standhöhe zunächst einstellen. Neue Sehnen dehnen sich in den ersten 100–250 Schuss leicht. Besonders flämisch gespleißte Sehnen setzen sich spürbar, da sich die einzelnen Stränge erst verdichten.
In dieser Phase solltest du die Standhöhe regelmäßig kontrollieren und nachstellen, da sie durch die Sehnenlängung kleiner wird.
Nach der Einschussphase bleibt die Sehne in der Regel stabil. Dann reicht es, die Standhöhe gelegentlich zu prüfen – außer du spannst die Sehne komplett ab und sie dreht sich aus. In diesem Fall musst du sie neu einstellen. Ein Sehnenhalter hilft, das Ausdrehen zu verhindern.
Die meisten Bogenbauer geben für ihre Bögen eine optimale Standhöhe oder zumindest einen empfohlenen Standhöhenbereich an. Diese Angabe ist kein Richtwert „irgendwo in der Mitte“, sondern basiert auf Tests zur maximalen Leistungsfähigkeit des Bogens.
Warum das wichtig ist:
Innerhalb des angegebenen Bereichs kann man fein abstimmen – je nach persönlichem Schussgefühl, nach Zielmethode und Pfeilsetup.
Außerhalb dieses Bereichs arbeitet der Bogen ineffizient, verliert Leistung oder erzeugt unnötige Unruhe im Schuss oder schadet dem Material massiv bei zu kurzen Standhöhen.
Deshalb gilt:
👉 Immer im empfohlenen Bereich starten
👉 In kleinen Schritten optimieren
👉 Jede Änderung mit dem Checker kontrollieren
Bei traditionellen Bögen kann die Sehne beim Entspannen vom Bogen rutschen. Die Sehe muss neu aufgezogen werden, die Standhöhe verändert sich dadurch eventuell – außer du stellst sie aufwendig neu ein.
Die Sehne mit einem Sehnenhalter sichern, nach dem Entspannen. So bleibt die Standhöhe konstant und du vermeidest unnötige Nacharbeit. Gerade bei traditionellen Bögen ist das ein oft unterschätzter, aber entscheidender Punkt.
Trotz aller Technik darf man eines nicht vergessen: Eine saubere, immer gleich reproduzierbare Schusstechnik ist mindestens genauso wichtig wie die richtige Standhöhe. Eine immer gleich reproduzierbare Technik ist letztlich der entscheidende Faktor für konstante Treffer – denn selbst die perfekte Einstellung kann eine inkonstante Ausführung nicht ausgleichen.
Denn am Ende entscheidet nicht nur die Einstellung – sondern vor allem die exakt gleiche Wiederholbarkeit deiner Bewegung. 🎯
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