Nockpunkt setzen – so stellst du deinen Bogen richtig ein


Der Nockpunkt ist eine der zentralen Einstellungen beim Bogenschießen. Er bestimmt, an welcher Stelle der Pfeil auf der Sehne sitzt – und damit, wie er den Bogen verlässt. Schon kleine Abweichungen können den Pfeilflug deutlich beeinflussen.


Was ist der Nockpunkt?

Als Nockpunkt bezeichnet man die Markierung auf der Sehne, an der der Pfeil eingelegt wird. Diese Position sorgt dafür, dass der Pfeil immer im gleichen Winkel zur Sehne steht und sich der Schuss reproduzieren lässt.

Ist der Nockpunkt nicht korrekt gesetzt, verändert sich der Pfeilflug spürbar:

  • Ein zu niedriger Nockpunkt führt dazu, dass der Pfeil am Bogen anschlägt
  • Ein zu hoher Nockpunkt lässt den Pfeil nach oben ausbrechen
  • In beiden Fällen entsteht ein unruhiger Flug

 

Die richtige Ausgangsposition

Für die Grundeinstellung wird zunächst ein rechter Winkel zwischen Sehne und Pfeilauflage bestimmt. Von diesem Punkt aus wird der Nockpunkt leicht nach oben versetzt.

Als Richtwert gilt:

  • Der Nockpunkt liegt in der Regel einige Millimeter oberhalb der 90°-Linie

Diese leichte Erhöhung ist notwendig, damit der Pfeil beim Abschuss sauber am Bogen vorbeigleitet.


Nockpunkt anbringen

Zur Markierung des Nockpunkts gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Metallklemmen (Messingnockpunkte), die direkt auf die Sehne gesetzt werden
  • Gewickelte Nockpunkte aus Garn, die individuell angepasst werden können

Beide Varianten erfüllen ihren Zweck. Gewickelte Nockpunkte sind jedoch leichter und oft angenehmer im Handling.

Zusätzlich kann ein zweiter Nockpunkt unterhalb angebracht werden, um den Pfeil sauber zu führen. Dabei sollte immer etwas Spiel bleiben, damit die Nocke nicht eingeklemmt wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Feinabstimmung durch Probeschüsse

Die Grundeinstellung ist nur ein Startpunkt. Entscheidend ist die Anpassung anhand des tatsächlichen Pfeilflugs.

Dabei gehst du schrittweise vor:

  • Mehrere Pfeile schießen
  • Flugverhalten beobachten
  • Nockpunkt in kleinen Schritten anpassen

Typische Anzeichen:

  • Steigt der Pfeil sichtbar nach oben, sitzt der Nockpunkt zu hoch
  • Wirkt der Flug instabil oder der Pfeil „taucht“, ist er eher zu niedrig

Ziel ist ein ruhiger, gleichmäßiger Flug ohne vertikale Bewegung. Beim mediterranen Griff ergibt sich nach dem Einschießen in der Regel eine Nockpunktlage, bei der die Unterkante der Pfeilnocke etwa 8 bis 9/16 Zoll oberhalb der 90°-Referenzlinie positioniert ist.


Fazit

Wer sich Zeit für die richtige Einstellung nimmt und den Pfeilflug genau beobachtet, wird schnell eine deutliche Verbesserung feststellen.

Vergleichst du deine Nockpunkthöhe mit anderen, wirst du oft große Unterschiede sehen – das ist völlig normal.

Je nach Schießtechnik verschiebt sich der Nockpunkt deutlich:

  • Beim Untergriff (3-Under / Apache) liegt er meist spürbar höher (oft etwa 5 mm mehr)
  • Beim mediterranen Griff entsprechend tiefer

Wichtig ist deshalb nicht der Vergleich mit anderen, sondern nur eines:
Fliegt dein Pfeil ruhig und ohne „Reiten“, passt dein Nockpunkt – ganz egal, was andere einstellen

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