Das Seminar vermittelte eindrucksvoll, wie wichtig fundiertes Wissen, korrekte Dosierungen und ein verantwortungsvoller Umgang mit ätherischen Ölen sind.

Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Qualität und Kennzeichnung ätherischer Öle. Korrekte Etikettierung liefert wichtige Hinweise auf botanischen Namen, Chemotyp, Herkunft, Gewinnungsart, Anbauweise sowie Sicherheits- und Anwendungshinweise. Fehlende Angaben, irreführende Bezeichnungen wie „Therapeutenöl“ oder sehr niedrige Preise können Hinweise auf synthetische Zusätze oder minderwertige Qualität sein. Transparenz ist hier ein entscheidendes Qualitätsmerkmal.
Deutlich wurde auch: Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Naturstoffe. Sie werden weder innerlich eingenommen noch unverdünnt auf Haut oder Schleimhäute aufgetragen. In der Aromapflege werden sie stets in fetten Pflanzenölen verdünnt. Laut EU-Kosmetikverordnung dürfen Aromapflegemischungen maximal 3 % ätherische Öle enthalten – in der Praxis zeigen jedoch bereits 0,5–1 % für die Ganzkörperpflege und 2–2,5 % für lokale Anwendungen eine sehr gute Wirkung.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war das Verständnis für Chemotypen und Pflanzenarten. Am Beispiel von Thymian und Eukalyptus wurde anschaulich erklärt, dass ätherische Öle mit gleichem Namen sehr unterschiedliche Inhaltsstoffe, Wirkungen und Risiken haben können. Während manche Varianten gut für Kinder oder empfindliche Menschen geeignet sind, erfordern andere äußerste Vorsicht oder sind für bestimmte Personengruppen ungeeignet.
Auch die Raumbeduftung wurde thematisiert: Hier gilt ebenfalls das Prinzip „weniger ist mehr“. Empfohlen wird etwa ein Tropfen ätherisches Öl pro zwei Quadratmeter Raumfläche, wobei Raumgröße, Raumhöhe und Ölart berücksichtigt werden müssen. Ziel ist eine sanfte olfaktorische Wirkung ohne Reizüberflutung.
Neben der Anwendung stand auch der Schutz natürlicher Ressourcen im Fokus. Für die Gewinnung ätherischer Öle werden oft große Mengen Pflanzenmaterial benötigt, manche Pflanzenarten sind bereits gefährdet. Eine unreflektierte oder übermäßige Nutzung kann zum Raubbau beitragen. Kompetente Aromakunde bedeutet daher auch, die Natur mit Respekt zu behandeln und ätherische Öle bewusst und sparsam einzusetzen.
Mein Fazit: Das Seminar hat eindrucksvoll gezeigt, dass Aromakunde weit mehr ist als Duft und Wohlgefühl. Fachwissen, korrekte Dosierung, rechtliche Grundlagen und ökologische Verantwortung bilden die Basis für einen sicheren, wirksamen und nachhaltigen Einsatz ätherischer Öle.