Bogenschießen ist keine Kraftfrage. Es ist Präzision. Und Präzision entsteht nicht durch Zufall, sondern durch exaktes Wiederholen. Wer konstant treffen will, braucht immer gleich reproduzierbare Schüsse. Genau deshalb gilt:
Bogenschießen ist die Kunst des exakten Wiederholens.

Im Bogenschießen schlägt Technik nicht Talent – beides braucht es. Doch die Technik ist die Grundlage, auf der Talent überhaupt erst wirksam werden kann.
Talent zeigt sich zum Beispiel in gutem Körpergefühl, Koordination oder schneller Auffassungsgabe. Diese Eigenschaften helfen, Abläufe schneller zu verstehen und umzusetzen. Doch ohne saubere Technik bleiben auch talentierte Schützen inkonstant. Erst eine stabile, korrekt aufgebaute Technik macht Treffer reproduzierbar.
Talent kann den Lernprozess beschleunigen – ersetzen kann es saubere Technik nicht.
Ein sauberer Bewegungsablauf sorgt dafür, dass jeder Schuss dem vorherigen gleicht – vom Stand über den Auszug bis zum Ankerpunkt und Lösen. Schon kleine Abweichungen verändern den Pfeilflug. Konstante Treffer entstehen deshalb nicht durch einzelne gute Schüsse, sondern durch einen immer gleichen Ablauf.

Wenn wir eine Bewegung wiederholen, passiert etwas Entscheidendes im Gehirn:
Unser Nervensystem passt sich an. Dieser Prozess heißt Neuroplastizität. Nervenzellen, die gemeinsam feuern, verbinden sich stärker. Je öfter ein Bewegungsablauf korrekt ausgeführt wird, desto stabiler wird diese neuronale Verbindung.
Das Ergebnis nennen wir umgangssprachlich Muskelgedächtnis – obwohl die Muskeln selbst nichts „lernen“. Gespeichert wird die Bewegung im Gehirn.
👉 Was oft wiederholt wird, wird automatisiert.
Hier liegt der Knackpunkt:
Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen „richtig“ und „falsch“ – es speichert nur das, was häufig passiert.
Das Umlernen ist deutlich mühsamer, weil das Gehirn erst alte, stark verankerte Verbindungen abschwächen muss, bevor neue aufgebaut werden können.
➡️ Umlernen dauert länger als Neulernen.
Beim Bewegungslernen entstehen neue neuronale Netzwerke.
Beim Umlernen muss das Gehirn:
Das kostet Zeit, Konzentration und Geduld. Genau deshalb ist es so wichtig, Fehler gar nicht erst „einzuhämmern“.

Viele Schüsse sind nicht automatisch gutes Training. Im Gegenteil: Unkonzentriertes Ballern speichert vor allem eines – Fehler.
Jeder unaufmerksame Schuss:
Besser sind:
Qualität schlägt Quantität – jedes Mal.
Nicht mehr als 6 Pfeile pro Passe
Eine Passe sollte aus maximal sechs Pfeilen bestehen. Danach braucht das Nervensystem eine kurze Pause, um das Gelernte zu verarbeiten.
Bewährter Trainingsrhythmus:
Danach erneut:
So bleibt die Konzentration hoch und die Technik sauber.
Sauberes Bogenschießen beginnt nicht am Bogen, sondern im Gehirn. Wer von Anfang an korrekt übt, konzentriert trainiert und jeden Schuss bewusst ausführt, legt das Fundament für konstante Treffer und langfristige Freude am Sport.
Das gelingt am Besten mit einem Coach oder Trainer
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Warum ein Bogenkurs sinnvoll ist – CLICK
Denn Bogenschießen ist nicht das Schießen vieler Pfeile – sondern das perfekte Wiederholen eines einzigen, sauberen Schusses.
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