Denn sie wissen nicht was sie tun …

Ätherische Öle: Qualität erkennen statt Marketing glauben

Ätherische Öle erleben seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. Leider wächst mit der Beliebtheit auch die Menge an Halbwissen, Marketingmythen und fragwürdigen Verkaufsstrategien. Besonders im Zusammenhang mit amerikanischen Multilevel-Marketing-(MLM-)Unternehmen entstehen viele falsche Vorstellungen über Qualität, Anwendung und Sicherheit.

Dieser Beitrag soll aufklären, einordnen und helfen, seriöse ätherische Öle von Marketingprodukten zu unterscheiden.


Multilevel-Marketing: Wenn Verkauf wichtiger ist als Fachwissen

Ein Teil der Kritik an ätherischen Ölen richtet sich nicht gegen die Öle selbst, sondern gegen deren Vertriebsform. Große US-amerikanische Anbieter setzen auf Multilevel-Marketing: Produkte werden über private Netzwerke verkauft, nicht über den klassischen Fachhandel.

Das Problem dabei:

  • Verkäuferinnen sind häufig keine ausgebildeten Aromapraktikerinnen
  • Schulungen dienen primär dem Verkauf, nicht der fundierten Anwendung
  • Provisionen und Netzwerkaufbau stehen im Vordergrund

So entstehen Anwendungsempfehlungen, die fachlich nicht haltbar oder sogar riskant sind – etwa die Empfehlung, ätherische Öle unverdünnt auf die Haut aufzutragen oder innerlich einzunehmen.


„Therapeutische Qualität“ – ein Marketingbegriff ohne jegliche Aussagekraft

Ein häufig genutztes Verkaufsargument ist die angeblich besondere oder „therapeutische“ Qualität bestimmter Öle. Wichtig zu wissen:
👉 Dieser Begriff ist nicht geschützt und kein offizielles Qualitätssiegel.

Es handelt sich dabei um firmeninterne Marketingbezeichnungen, die nicht unabhängig überprüft werden. Sie sagen nichts darüber aus,

  • wie die Pflanzen angebaut wurden
  • ob Rückstände enthalten sind
  • wie sauber destilliert wurde

Im Gegensatz dazu arbeiten viele europäische – auch deutsche – Hersteller seit Jahrzehnten mit:

  • Gaschromatographie-Analysen (GC/MS)
  • Chargenprüfungen
  • klarer Deklaration der botanischen Herkunft

Ohne großes Marketing, aber mit nachprüfbarer Qualität.


Mythos „Detox-Reaktion“: Wenn Nebenwirkungen schön­geredet werden

Ein besonders hartnäckiger Mythos in der Aromawelt ist die sogenannte „Detox-Reaktion“. Hautrötungen, Brennen oder Ausschläge werden dabei als Zeichen einer angeblichen Entgiftung interpretiert.

Fakt ist:

  • Brennen ist keine Entgiftung
  • Hautreaktionen sind meist Reizungen oder Unverträglichkeiten
  • Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Naturstoffe und keine Wellness-Wässerchen

Solche Mythen verharmlosen Risiken und verhindern, dass Anwenderinnen rechtzeitig reagieren und die Anwendung abbrechen.


Qualität erkennt man nicht am Preis – und nicht am Hype

Ein weiterer Kritikpunkt ist der sehr hohe Preis vieler MLM-Öle. Dieser erklärt sich jedoch nicht primär durch bessere Rohstoffe, sondern durch:

  • mehrstufige Provisionssysteme
  • Marketingevents
  • internationale Vertriebsstrukturen

Gute ätherische Öle müssen nicht extrem teuer sein. Entscheidend sind:

  • transparente Herkunft
  • analytische Prüfungen
  • korrekte Kennzeichnung nach EU-Recht

Kennzeichnungspflicht ist kein Qualitätsmangel

In Europa müssen ätherische Öle als Gefahrstoffe gekennzeichnet werden – inklusive Warnhinweisen und Piktogrammen. Diese Kennzeichnung wird in den unwissenden MLM-Kreisen oft als „minderwertig“ dargestellt.

Das Gegenteil ist richtig:
➡️ Die Kennzeichnung ist gesetzlich vorgeschrieben und ein Zeichen von Seriosität.

Fehlende oder unvollständige Deklarationen sind kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Warnsignal.


Seriöse Siegel: Was wirklich zählt

Echte Orientierung bieten unabhängige Zertifizierungen, zum Beispiel:

  • EU-Bio-Siegel
  • Demeter
  • Ecocert

Diese Siegel prüfen Anbau, Nachhaltigkeit und Verarbeitung. Firmeneigene „Qualitätssiegel“ ohne externe Kontrolle haben dagegen kaum Aussagekraft.


Fazit: Weniger Marketing, mehr Verantwortung

Ätherische Öle sind wertvolle Pflanzenextrakte – wenn sie verantwortungsvoll hergestellt, korrekt gekennzeichnet und fachkundig angewendet werden. Problematisch wird es dort, wo:

  • Verkauf wichtiger ist als Wissen
  • Mythen Risiken verharmlosen
  • Konsument*innen verunsichert oder manipuliert werden

Bei Xundhaus stehen Transparenz, Aufklärung und ein respektvoller Umgang mit Naturprodukten im Vordergrund – fernab von Hype, MLM-Strukturen und leeren, oft falschen und den Umsatzzielen untergeordneten Versprechen.  

Xundheit braucht Information, nicht Marketing.

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