Falsche Marketingbehauptungen vs. Fachliche Einordnung – das Geschäft mit dem Wohlbefinden
Im Bereich ätherischer Öle kursieren zahlreiche Werbeaussagen, die wissenschaftlich nicht haltbar oder stark verkürzt sind. Besonders im Umfeld von Direktvertrieb und Multilevel-Marketing (MLM) werden solche (falsche und (un)bewusst irreführende) Aussagen häufig genutzt, um Vertrauen aufzubauen oder Produkte emotional aufzuladen.
Die folgende Gegenüberstellung soll helfen, Marketing von Fachwissen zu unterscheiden.
🧴 Marketingbehauptung vs. Fachliche Einordnung
| Marketingbehauptung | Fachliche Einordnung |
|---|---|
| „Unsere ätherischen Öle sind therapeutische Qualität.“ | Der Begriff ist nicht geschützt, kein offizielles Gütesiegel und unterliegt keiner unabhängigen Prüfung. Er ist ein reiner Marketingbegriff ohne wissenschaftliche Aussagekraft. |
| „Ätherische Öle sind Natur – deshalb grundsätzlich sicher.“ | Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenextrakte. Natur bedeutet nicht automatisch harmlos. Unsachgemäße Anwendung kann zu Hautreizungen, Allergien oder Schleimhautschäden führen. |
| „Brennen oder Hautreaktionen sind eine Detox-Reaktion.“ | Brennen, Rötung oder Juckreiz sind Anzeichen von Reizung oder Unverträglichkeit, nicht von Entgiftung. Der Begriff „Detox-Reaktion“ ist medizinisch nicht belegt. |
| „Unsere Öle brauchen keine Warnhinweise, weil sie so rein sind.“ | Warnhinweise sind gesetzlich vorgeschrieben und haben nichts mit Reinheit oder Qualität zu tun. Auch sehr hochwertige Bio-Öle müssen gekennzeichnet werden. |
| „Gefahrensymbole bedeuten schlechte Qualität.“ | Das Gegenteil ist der Fall: Gefahrensymbole informieren über sicheren Umgang (z. B. Hautreizung, Entzündlichkeit). Sie sind kein Qualitätsurteil. |
| „Unsere Öle sind so mild, dass man sie pur oder innerlich anwenden kann.“ | Unverdünnte oder innerliche Anwendungen bergen erhöhte Risiken und gehören ausschließlich in fachkundige Hände. Für Laien ist davon abzuraten. |
| „Nur ein Anbieter produziert wirklich hochwertige ätherische Öle.“ | Es gibt zahlreiche seriöse Hersteller, auch im deutschsprachigen Raum, die seit Jahrzehnten mit Analytik, Rückverfolgbarkeit und Bio-Standards arbeiten. |
| „Teuer = besser.“ | Der Preis spiegelt häufig Vertriebsstruktur und Marketingkosten wider. Qualität zeigt sich durch Analyse, Herkunft und Deklaration – nicht durch den Preis. |
| „Deutsche oder europäische Öle sind minderwertig.“ | Diese Behauptung ist sachlich falsch. Europäische Hersteller unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben und arbeiten oft besonders transparent. |
| „Man muss die Öle regelmäßig anwenden, damit sie wirken.“ | Daueranwendung und Überdosierung erhöhen das Risiko von Sensibilisierungen und Allergien. In der Aromapraxis gilt: weniger ist mehr. |
Solche Marketingaussagen finden sich besonders häufig im Umfeld von Multilevel-Marketing-Strukturen, wie sie unter anderem von US-amerikanischen Anbietern genutzt werden. Dabei steht oft der Verkauf im Vordergrund, nicht die fachliche Einordnung oder individuelle Risikoabwägung.

Xundhaus setzt bewusst auf Aufklärung statt Verkaufsversprechen. Ätherische Öle können sinnvoll eingesetzt werden – vorausgesetzt, ihre Wirkung, Grenzen und Risiken werden realistisch eingeschätzt und fachlich korrekt vermittelt.
Fazit
Werbeaussagen klingen oft einfach, beruhigend und überzeugend. Fachwissen ist meist differenzierter – und manchmal unbequemer.
Gute ätherische Öle erkennt man nicht an Schlagworten, sondern an:
Xundheit braucht Information, nicht Marketing.
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