Viele Menschen erleben Qigong zunächst als langsame, fließende Bewegung, die gut tut, entspannt und den Körper geschmeidig macht. Doch hinter den Übungen steht ein jahrtausendealtes Verständnis vom Menschen, seiner Energie und seinem Zusammenspiel mit der Natur. Zwei zentrale Grundlagen dabei sind Yin und Yang sowie die Lehre der fünf Elemente.
Dieser Beitrag soll helfen, den Sinn von Qigong auf einer tieferen Ebene zu verstehen – als Ergänzung zu unserer praktischen Kurserfahrung im xundhaus.
Das Wort Qigong setzt sich aus zwei chinesischen Begriffen zusammen:
Qigong bedeutet also sinngemäß:
„Arbeit mit der Lebensenergie“ oder „Pflege der Lebensenergie“.
Qigong ist keine reine Gymnastik, sondern eine Übungspraxis, die Bewegung, Atmung und innere Aufmerksamkeit miteinander verbindet. Ziel ist es, das Qi im Körper zu stärken, zu harmonisieren und frei fließen zu lassen.
Qi wird oft als „Lebensenergie“ übersetzt. Gemeint ist damit die dynamische Kraft, die alle Lebensprozesse im Körper ermöglicht: Bewegung, Wärme, Stoffwechsel, Regeneration, geistige Klarheit.
Im Qigong-Verständnis:
Qigong-Übungen wirken nicht durch Muskelkraft, sondern durch bewusstes Lenken und Kultivieren dieser Energie.
Yin und Yang beschreiben keine Gegensätze im Sinne von „gut“ und „schlecht“, sondern zwei sich ergänzende Kräfte, die gemeinsam das Leben formen.
Typische Zuordnungen:
| Yin | Yang |
|---|---|
| Ruhe | Aktivität |
| Nacht | Tag |
| Kälte | Wärme |
| Innen | Außen |
| Entspannung | Spannung |
Gesundheit entsteht, wenn Yin und Yang im Gleichgewicht sind.
Zu viel Aktivität (Yang) ohne Ruhe (Yin) kann ebenso aus dem Lot bringen wie zu viel Rückzug ohne Bewegung.
Im Qigong:

Die Lehre der fünf Elemente (auch „Wandlungsphasen“ genannt) beschreibt natürliche Prozesse des Wandels. Sie zeigt, wie alles im Leben miteinander verbunden ist – im Körper, in der Natur und im Jahreslauf.
Im Qigong geht es nicht darum, einzelne Elemente „zu trainieren“, sondern Harmonie zwischen ihnen entstehen zu lassen.
Qigong verbindet:
Die Übungen helfen, wieder in Kontakt mit dem eigenen Rhythmus zu kommen, Spannungen wahrzunehmen und loszulassen sowie die eigene Mitte zu stärken.
Deshalb wirkt Qigong oft:
In unseren Qigong-Kursen geht es nicht um Perfektion, sondern um achtsame Bewegung, bewusste Atmung und ein besseres Körpergefühl. Das Wissen um Yin und Yang sowie die fünf Elemente unterstützt dabei, die Übungen nicht nur „auszuführen“, sondern in ihrem Sinn zu verstehen.